06. Mai 2017
Jahrtausendzeremonie – Charte du Millénaire in La Souterraine

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06. Mai 2017
Jahrtausendzeremonie – Charte du Millénaire in La Souterraine

Ansprache Oberbürgermeister Christoph Traub (es gilt das gesprochene Wort)

Sehr geehrter, lieber Kollege Jean-Francois Muguay,
sehr geehrte Mandatsträger, Abgeordnete und Repräsentanten,
sehr geehrte Festgäste,
geschätzte Bürgerinnen und Bürger von La Souterraine,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

es ist eine große Ehre für mich, dass ich als Oberbürgermeister ihrer deutschen Partnerstadt Filderstadt an diesem Wochenende gemeinsam mit meiner Ehefrau und mit Mitgliedern der Deutsch-Französischen-Gesellschaft Filderstadt bei Ihnen zu Gast sein darf, um dieses einzigartige Jubiläum gemeinsam mit ihnen allen zu feiern.

Wir sind heute Morgen angekommen und genießen ihre großzügige Gastfreundschaft. Dafür danken wir ihnen sehr.

Aus Filderstadt hat man mir viele Grüße mit auf den Weg gegeben, die ich ihnen allen hiermit sehr gerne überbringe.

Im Namen der Stadt Filderstadt gratuliere ich ihnen zu diesem besonderen Geburtstag ihrer Stadt La Souterraine, die für sie Wohnort und Heimat ist und zu der wir seit 1973 eine nicht nur partnerschaftliche, sondern vielmehr freundschaftliche Beziehung pflegen.

Vereine und Gruppen haben Beziehungen geknüpft, organisieren Reisen, Konzerte und Veranstaltungen auf beiden Seiten, wir halten Kontakt über unsere Deutsch-Französische- Gesellschaft, während gleichzeitig auch zahlreiche private und familiäre Kontakte gepflegt werden. Gleiches gilt für die verschiedensten Schulen unserer beiden Städte.

Filderstadt freut sich heute mit Ihnen und dennoch schauen wir etwas neidisch auf das herausragende Jubiläum von La Souterraine – denn unsere Stadt wurde vor zwei Jahren erst 40 Jahre alt. Filderstadt ist ein Zusammenschluss aus ehemals 5 selbständigen Gemeinden.

1000 Jahre sind eine lange Zeit, für ein Menschenleben kaum vorstellbar und in dieser Dimension in einer Festansprache nur sehr schwer zu würdigen.

Die Geschichte ihrer Stadt geht auf die Römerzeit zurück. Sie haben mit der romanischen Kirche Notre-Dame de La Souterraine, dem Chateau de Bridiers und dem Turm am Stadttor einzigartige Zeugen ihrer 1000jährigen Geschichte.

In 1000 Jahren hat ihre Stadt das Auf und Ab des Zeitenlaufs erlebt. Wie jede Stadt, so wir auch La Souterraine von Menschen geprägt. Menschen haben wir über ein Jahrtausend zusammen gelebt, gefeiert, auch gemeinsame Sorgen und Nöte geteilt.
Sprich: in diesen vielen Jahren ist ihre Stadt vielen Menschen eine Heimat gewesen.

Wir alle stehen heute in der Verantwortung, für unsere Städte eine gute Zukunft zu gestalten. Sie für La Souterraine, wir für Filderstadt und gemeinsam für unsere Partnerschaft.

Ausschließlich mit dem Blick zurück und verhaftend an dem Alten, wird uns die Gestaltung der Zukunft und damit des Neuen nicht gelingen.
Woran orientieren wir uns, wenn wir nach Neuem für unsere Städte suchen?

Seit der Begründung unserer Partnerschaft sind mehr als 44 Jahre vergangen. Unsere Freundschaft gründet nicht nur auf der Partnerschaft unserer beiden Städte, sondern auch auf der Freundschaft unserer beiden Staaten Frankreich und Deutschland, die seit mehr als 70 Jahren trägt.
70 Jahre, in denen annähernd drei Generationen in Europa für ein Leben in Freiheit, in Sicherheit und in Wohlstand gekämpft haben. Alles keine Selbstverständlichkeiten. Weder in unseren beiden Städten, noch sonst wo auf der Welt.

Die Frage, ob sich diese Ideale von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und aus jüngerer Zeit ergänzt um Sicherheit und Wohlstand erreichen lassen, haben die vergangenen Generationen beantwortet und wir erleben es heute noch praktisch selbst, wofür sie gekämpft haben. Wir und künftige Generationen haben aber zugleich die (gleichsam) schwierige Frage zu beantworten, wie sich die heutige Selbstverständlichkeit erhalten lässt und noch schwieriger: sind wir bereit, das Erreichte zu teilen und ggf. zu verteidigen?

Es wird immer notwendiger, die Errungenschaften von Rechtsstaat und Demokratie gegen Angriffe von innen und außen zu verteidigen und gegen jede Form von Alternativen dazu wachsam zu sein.

Wir müssen dafür einstehen, dass die Grundfesten unseres Zusammenlebens nicht ins Gegenteil verkehrt werden.
Der Einsatz für Frieden, Versöhnung und Verständigung, Gerechtigkeit und Solidarität ist heute wichtiger denn je – im Großen wie im Kleinen. Das sind die Werte, an denen wir uns orientieren können und für die wir uns auch einsetzen sollten.

Bedenken müssen wir aber, dass für die jüngeren Generationen das Erreichen der Errungenschaften der vergangenen 70 Jahre immer weiter wegrückt.
Deshalb ist es auch besonders wichtig, dass gerade junge Menschen, in den Austausch unserer beiden Städte, in die freundschaftlichen Beziehungen, eingebunden werden. Aus diesem Grund treffen wir uns ja in zwei Wochen in Filderstadt wieder.

Ein Stadtjubiläum wie das, das sie in diesen Tagen feiern ist auch eine gute Gelegenheit darauf hinzuweisen, welche Verantwortung aus der Historie, aus der Vergangenheit und der Erinnerung daran erwächst.

Wir müssen Geschichte weitertragen.

La Souterraine hat mit Blick auf 1000 Jahre eine bedeutende Geschichte und ich freue mich persönlich und für meine Stadt Filderstadt, dass wir bereits ein Teil davon sein durften und auch in Zukunft sein dürfen.

Ich freue mich mit ihnen, dass heute so viele Menschen zusammengekommen sind, um zu feiern, aber auch, um La Souterraine für die Zukunft zu gestalten und zu erhalten.

Es geht bei einem Stadtjubiläum ja nicht darum, die Steine zu bewahren, aus denen ihre Häuser gebaut sind. Es geht darum, dass das, was ihre Stadt und das Zusammenleben in ihrer Stadt in positiver Weise prägt, erhalten wird und lebendig bleibt. Ihre Stadt ist Zeichen für die Tatkraft der Menschen, die hier gelebt haben und heute hier leben.

Abschließend Danke ich nochmals für die Einladung zu ihren Feierlichkeiten und wünsche La Souterraine und jedem einzelnen und jeder einzelnen von ihnen mit Blick auf die lebendige Geschichte ihrer Stadt eine gute Zukunft, an der sie gemeinsam bauen.

(Symbolische Geschenkübergabe)