
Ostergruß 2026 von Oberbürgermeister Christoph Traub
2. April 2026Städtepartnerschaft mit La Souterraine (Frankreich) – Ansprache anlässlich unserer Delegationsreise zu 20 Jahre Fresque de Bridiers
Montag, 10. August 2026
Ansprache Fresque historique de Bridiers
La Souterraine
Ansprache Oberbürgermeister Christoph Traub
(es gilt das gesprochene Wort)
Lieber Jean-Noel,
geschätzte Bürgerinnen und Bürger von La Souterraine,
liebe Darstellerinnen und Darsteller,
liebe Gäste,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
herzlichen Glückwunsch zu zwanzig Jahren Fresque historique de Bridiers. Danke für Ihre freundliche Einladung und dafür, dass ich mit einer kleinen Delegation aus Ihrer deutschen Partnerstadt Filderstadt dieses besondere Jubiläum feiern und erleben darf. Wir alle freuen uns darüber und fühlen uns sehr geehrt.
Als ich 2018 zum ersten Mal für das Spectacle hierhergefahren bin, wusste ich nicht, was mich erwartet. Ich hatte keine Vorstellung von diesem Gelände bei Nacht, der Organisation, der Technik, den Kulissen, nicht von den begabten Darstellerinnen und Darstellern und schon gar nicht von dem täglich grandiosen Publikum.
Vielleicht war ich unvorbereitet. All das hätte ich mir anlesen, googeln oder erzählen lassen können. Wirklich ergriffen hat mich direkt in der ersten Sekunde etwas, das man nicht berichten, nicht recherchieren kann.
Heute bin ich froh, zum nun schon fünften Mal hier sein zu dürfen und Ihnen dann auch sagen zu können, was das ist.
Egal, ob ich da oben im Publikum sitze oder hier unten als Barbar mitspiele, ist es immer und jeweils das eine: Es ist der Worttransport!
Je ne parle pas un mot de français et pourtant, je comprends tout.
Hier wird Geschichte lebendig, es wir erzählt von Frankreich, Ihrer Region und den Menschen, die sie in der Vergangenheit geprägt haben und heute tragen und gestalten.
Und egal, welche auch leidvollen Szenen der Geschichte hier auf diesem an sich schon genialen Gelände nachgespielt werden, Sie bleiben nie bei dem Trennenden stehen, Sie heben immer das letztlich Verbindende hervor.
Dafür braucht es keine Worte. Dafür braucht es Bilder, Szenen, Gesten – und ja, vielleicht auch jede Menge Zwiebelsuppe.
Ob bewusst oder unbewusst, ich erkenne in jedem Jahr, in dem ich hier bin, auch etwas Markantes im Stück, das unsere Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland, zwischen La Souterraine und Filderstadt prägt.
In diesem Jahr: ein 2CV
Wir nennen dieses Auto liebevoll „Ente“. Den Namen hat ein niederländischer Journalist 1948 bei der offiziellen Vorstellung des Kleinwagens geprägt, bei uns in Deutschland hat er sich gehalten.
Wer jemals drin saß und mitgefahren ist, weiß, dass das nicht nur auf die Optik zurückgeht, sondern auch auf das besonders kultige Schaukeln, wenn sich so ein 2CV in Bewegung setzt.
Was kann es also tolleres geben, als sich derart humorvoll-watschelig durch Raum und Zeit und damit durch die Creuse zu bewegen. Ich jedenfalls hatte die besten Stadtrundfahrten in La Souterraine mit Sebastien und – seiner „Ente“. Nur eben noch nicht durch Raum und Zeit!
Aber, ich sagte, dass ich den Markanten Gegenstand mit unserer Freundschaft verbinde. Bei einer „Ente“ ist dies durchaus erklärungsbedürftig, denn ein Kuscheltier ist sie gerade nicht.
Ihre Eigenschaften und Merkmale sind es.
Enten:
- sind resilient, sie können abhalten und abwehren, was ihnen schadet.
- sind vielseitig, sie können schwimmen, laufen und fliegen.
- lassen allenfalls beim Essen den Kopf hängen
- sind unglaublich gelassen.
- haben den Blick voraus und halten Kurs.
- sie haben ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl und bleiben zusammen.
Mit wem könnte man also besser durch Raum und Zeit reisen, als mit Menschen, die diese Eigenschaften haben.
Ich wünsche uns diesen Zusammenhalt, das Kurs halten, die notwendige Gelassenheit, den Kopf nie lange hängen zu lassen, das Bewahren unserer Vielseitigkeit und den Wert unserer Vielfältigkeit sowie letztlich die Kraft, das abzuwehren, was den Wert unseres Zusammenlebens angreift.
Diese Werte sind Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Menschenrechte. Das soll weiterhin die Antriebskraft für unser Zusammenleben in Europa sein.
Merci de votre attention.





